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Ich habe ja schon erwähnt, dass ich öfter Sachbücher als Romane lese. Diese 4 Bücher könnte ich sogar fast zu meinen Fachbüchern zählen. Ihr Fokus liegt stark im Bereich Storytelling:

Welches Framework verwenden wir für unsere Geschichten? Was lösen diese Geschichten emotional in uns aus? Wie können wir einander als Menschen intensiver und wahrhaftiger begegnen? Und was hat unsere Fähigkeit, Emotionen zu benennen mit alldem zu tun?

Gelesen habe ich noch keines der Bücher – aber ich freue mich schon unglaublich auf jedes einzelne davon!

Gail Carriger: The Heroine’s Journey

Gail Carriger gehört schon seit einiger Zeit zu meinen Lieblingsautorinnen. In ihren Romanen verbindet sie Feminismus mit viktorianischem London, Steampunk mit Werwölfen und rundet das Ganze mit zahlreichen Alliterationen ab. In ihrem ersten Sachbuch, The Heroine‘s Journey, beschreibt sie eine Alternative zur klassischen Heldenreise.

Hast du dich schon einmal über ein Buch oder einen Film geärgert, in dem die Hauptfigur den Bösewicht alleine bekämpfen will, zum angeblichen Schutze anderer alle Hilfsangebote ignoriert und damit eine Menge Konflikte verursach? Konflikte, die durch offene Kommunikation hätten vermieden werden können? Dann könnte The Heroine’s Journey das perfekte Buch für dich sein!

Schon die Kindle Leseprobe und der Klappentext überzeugen mich. Carriger schlüsselt die Grundstruktur der Heldenreise auf und zeigt, dass es ein auf Kommunikation und Gemeinschaft ausgerichtetes äquivalent dazu gibt, dass wir aus Komödien oder Liebesgeschichten kennen.

Sowohl für die Helden- als auch für die Heldinnenreise liefert sie Beispiele für verschiedene Ursprungsmythen und gibt einen Überblick darüber, wie man selbst überzeugende Heldinnenreisen schreiben kann: Indem man Hilfe annehmen und miteinander kommunizieren als Stärken darstellt, sich auf die Gruppendynamik konzentriert und neben einer Hauptfigur auch gut ausgearbeitete Nebenfiguren schreibt.

Angus Fletcher: Wonderworks: The 25 Most Powerful Inventions in the History of Literature

Ich bin total neugierig auf dieses Buch! Angus Fletcher hat Neurowissenschaften studiert, nur um dann festzustellen, dass unser Gehirn nicht von Logik, sondern von Geschichten gesteuert wird. Weil er verstehen wollte, was genau Geschichten im Gehirn auslösen, hat er anschließend ein Literaturstudium obendrauf gesetzt. Und jetzt hat er Neurowissenschaft und Literatur zu einer neuen Disziplin verschmolzen und arbeitet als Professor für Story Science am Ohio State’s Project Narrative!

Zum ersten Mal bin ich mit seiner Arbeit in Berührung gekommen, als ich einen Artikel gelesen habe, in dem es darum ging, wie Geschichten die psychische Widerstandsfähigkeit stärken. Das hat eine Wahnsinnsresonanz in mir ausgelöst: Ich habe Lieblingsbücher, zu denen ich immer dann zurückkehre, wenn es mir emotional oder mental besonders schlecht geht. Und plötzlich gibt es eine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum es mir nach dem Lesen besser geht? Unglaublich!

Anstatt auf Inhalt oder Aufbau literarischer Werke einzugehen, geht er in seinem Buch Wonderworks der Frage nach, wie wir Literatur nutzen, um bestimmte Gefühle zu vermitteln. Dabei untersucht er literarische Themen, wie z. B. die Suche nach dem Sinn des Lebens oder den Umgang mit unserer Angst vor dem Tod, als „Erfindungen“ aus neurowissenschaftlicher Sicht und zeigt, wie sie dem menschlichen Gehirn helfen, eine Vielzahl von Gefühlen zu verarbeiten.

Brene Brown: Atlas of the Heart

Brené Brown ist meine liebste Wissenschaftlerin! Über Verletzlichkeit und Scham zu Mut und Empathie, der Rolle von Emotionen für erfolgreiche Führung und der Notwendigkeit eines Wertwandels in der Geschäftswelt – ich kann mich mit allen ihren Herzensthemen identifizieren.

Ihr neuestes Buch, Atlas of the Heart, ist erst letzten Herbst erschienen und beschäftigt sich mit der Schnittstelle zwischen unseren Erfahrungen, unseren Emotionen und der Sprache, die wir verwenden, um diese auszudrücken.

Die Quintessenz: Nur wenn wir unsere Emotionen akkurat benennen können, können wir sie wirklich verarbeiten und gut mit ihnen umgehen. Wenn sie gefragt werden, welche Emotionen sie regelmäßig fühlen, können die meisten Menschen jedoch nur 3 Emotionen benennen: glücklich, traurig, wütend.

Atlas of the Heart möchte Nachschlagewerk und Landkarte zugleich sein. Das Buch beschreibt 78 menschliche Emotionen und wie man mit ihnen umgehen kann. Diese werden verschiedenen Emotionsfamilien – der Wut-Familie, der Neid-Familie – zugeschrieben und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Das Ziel des Buches ist es, unser Vokabular zu vergrößern, um uns dabei zu helfen unsere eigenen Emotionen besser zu erkennen und so einen Rahmen zu schaffen, der uns hilft, mit anderen Menschen tiefere Verbindungen einzugehen.