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Ein Motto? Für ein ganzes Jahr? Wie soll das gehen? Ich brauche mindestens 3!

Wegen genau diesem Gedanken bin ich seit Mitte Dezember am Grübeln. Was wünsche ich mir für 2022? Welches Wort, welcher Satz fängt genau dieses Gefühl auf? An meinem Laptop kleben zig Post-Its mit allen Ideen, die ich dann doch wieder verworfen habe.

Es ist einfach so: Mir sind gerade ganz unterschiedliche Dinge in unterschiedlichen Lebensbereichen wichtig. Sie lassen sich nicht auf eine Gemeinsamkeit reduzieren. Deswegen habe ich für 2022 kein passendes Motto gefunden. Stattdessen habe ich 4 Leitsätze, die teilweise im Gegensatz zueinander stehen.

Was ist mir dieses Jahr wichtig?

Zwo, eins – Risiko!

Habt ihr früher Darkwing Duck geschaut? Ich habe es geliebt! Der Signatur-Spruch von Darkwing Duck für jede verwegene, abenteuerliche Situation ist: „Zwo, eins – Risiko!“

darkwing duck lets get dangerous GIF
Im Englischen sagt er passenderweise „let’s get dangerous“ anstatt „Zwo, eins – Risiko!“

Was hat das mit mir zu tun?

Ich liebe Abenteuer, möchte Neues erleben, die Welt erkunden – unter anderem deswegen habe ich Sprachen und Kulturwissenschaften studiert. Stattdessen habe ich: Ein ziemlich vorhersehbares Leben in einer Kleinstadt, ein paar Treffen mit Freunden, als Highlight höchstens einen Sushi-Abend.

Das macht mich nicht glücklich.

Sowohl beruflich als auch privat ist deswegen meine Aufgabe für 2022 herauszufinden: Wie kommt mehr Abenteuer in mein Leben? Was kann ich Neues ausprobieren? Welche geliebten Tätigkeiten kann ich auf meine aktuelle Lebensrealität anpassen?

Einige Ideen habe ich schon gesammelt: Urlaub in der Nähe (mein Freund ist durch seine chronische Krankheit bei Autofahrten eingeschränkt). Beach Party mit Sandstrand auf der Terasse. Karaoke Maschine kaufen. Online Koreanisch-Kochkurs. Mehr bloggen, mehr Business Wachstum, Newsletter schreiben, Live gehen, verrückte Videos von mir aufnehmen – eigentlich ist so ein Online Busines doch wie ein großer Abenteuerspielplatz, oder? Ich muss mich nur trauen!

Wenn du es eilig hast, gehe langsam…

Geduld für mich selbst war noch nie eine meiner Stärken. Pause machen, reflektieren, neu ordnen – das klappt alles. Aber dann soll es doch bitte wieder weitergehen. Mit Action und Veränderung. Ich will lieber rennen, als laufen. Lieber Berge besteigen, als spazieren gehen. Und ich bin daran gewöhnt, dass mein Körper tut, was ich von ihm erwarte.

Das ist nicht mehr so. Mein Long-Covid-Körper gibt ganz klar den Takt vor.

Deswegen darf (muss! kann! werde! irgendwann vielleicht sogar: will!) ich lernen, dass es in Ordnung ist langsam zu laufen. Falsch: Das es schneller geht, wenn ich langsam laufe. Denn wenn ich zu schnell laufe, zu viel versuche, dann sagt mein Körper knallhart: „Wie wäre es mit 2 Wochen Bettruhe?“

Mir wird in den Pausen sehr schnell langweilig, deswegen möchte ich lieber keine machen!

Nur ist mein Bedürfnis gerade absolut nicht nach langsam laufen! Ich habe so viele Ideen, die ich umsetzen möchte! So viele Wünsche aufgeschoben, die ich mir langsam wieder vornehmen möchte!

Meine eigentliche Herausforderung ist es also dieses Jahr, meine Wünsche, Ideen, Träume an meine aktuelle Realität anzupassen. Sie nicht kleiner zu halten, aber kreativ umzugestalten. Dabei offen zu bleiben für alles was geht und alles was nicht geht.

2022 im Dezember kann ich dann berichten, ob und wie oft ich mich übernommen habe! Aber auch, was ich dabei erlebt und gelernt habe.

Ja zu allem, was Freude macht

Als ich meine Ziele für 2022 aufgeschrieben habe, ist mir aufgefallen: Bei vielen davon spüre ich kein lautes „ja, ich will“.

Okay, ganz konkret geht es hier um unausgepackte Umzugskisten, die emotionalen Ballast beinhalten und die ich doch mal aussortieren sollte. Sie blockieren den Keller, nerven mich – und ich habe keinerlei Lust, sie anzufassen. Deswegen sagt die Stimme in meinem Kopf (seit langem!) ganz laut und deutlich „eigentlich sollte ich doch…“, und auch „das hätte ich schon vor Jahren mal…“

Aber auch zum Start der Selbstständigkeit habe ich Punkte auf meine to-do Liste geschrieben, mit dem Gedanken: „Das macht man eben so.“ Nur dass es letztlich total unnötig war – weiter bin ich damit nicht gekommen. Wie oft machen wir Sachen, die total unnötig sind – nur weil wir denken, dass es irgendjemand von uns erwartet? Weil wir das Gefühl haben, Online Business funktioniert halt so.

Damit ist bei mir Schluss! Ich habe diese Punkte von meiner Zieleliste gestrichen!

Ich bin nicht selbstständig geworden, um mir jetzt meinen eigenen grauen Alltag mit einem selbstgestricketen Korsett zu schaffen. So viel an meiner Arbeit macht mir Spaß – dann doch bitte mehr davon! Und genau dieses Gefühl möchte ich für 2022 beibehalten.

Mich öfter fragen: Will ich das wirklich oder kann das weg?

(Und klar – abwägen ist an dieser Stelle wichtig. Deswegen habe ich zum Beispiel meine Datenschutzerklärung erstellt – obwohl ich darauf keine Lust hatte 😉 )

Sichtbar und laut!

Viel wird sich dieses Jahr um meine Online-Präsenz, meine Persönlichkeit und meine Kompetenzen drehen. Für manche von euch ist das ein bekanntes – wenn nicht gar das EWIGE – Thema:

Ich bin gerne leise und gerne im Hintergrund. Und plötzlich soll ich auf die Bühne – Hilfe! Wie geht das? Kann ich das? Worüber soll ich reden? Was darf ich sagen? Was will ich überhaupt sagen?

Manche Antworten habe ich schon im Kopf, sie müssen nur noch ausgeschrieben werden. Andere dürfen sich im Laufe des Jahres noch zeigen. Fakt ist: Ich habe einiges zu sagen und ihr dürft gespannt darauf sein.

Was heißt das konkret für mein 2022?

Ich werde mich im Laufe des Jahres immer wieder fragen: Tut mir das gut? Brauche ich davon mehr oder weniger? Will ich das wirklich? Wie kann ich es dann umsetzen?

Immer wieder werde ich mich daran erinnern, nicht in meiner Routine gefangen zu sein und stattdessen bewusst Freizeiten einplanen. Aber keine „ich bin so müde und will auf dem Sofa liegen“ Freizeiten – sondern „ich fühle mich ausgeruht und möchte etwas spannendes unternehmen“ Freizeiten! 😀

Ich habe unglaublich viel Lust auf meine Arbeit und so viele Ideen, die auf Umsetzung warten! Dafür werde ich mir regelmäßig intensive Sprints vornehmen. Die dann mit einer Pause abschließen. Denn die Selbstständigkeit ist ein Dauerlauf und ich muss mir meine Energie einteilen.

Meine Hoffnung ist: Bis Ende 2022 habe ich eine Balance gefunden, die für mich gut funktioniert. Ich bin nicht mehr auf der Suche nach genug Action vs. genug Entspannung, sondern kann einschätzen was für mich und für meinen Körper richtig ist.

Dadurch werde ich mein Motto für 2023 dann einfach und schnell finden. Ich freue mich drauf!